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Christine Hielscher.
DAS ANDERE STIPENDIUM
der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Brandenburg 2013

Seit Jahren verfolgt Christine Hielscher, die mit Walter Arnold, Gerd Jäger, Hellmut Heinze und Werner Stötzer ausgesprochene Figurenkünstler als Anreger kannte, mit der Infragestellung der abbildhaften Darstellung des Menschen die Tendenz zu formaler Vielfalt, zu abstrahierender Auflösung. Die figurativen Restzeichen, die sowohl grafisch linear wie auch malerisch erscheinen, verweisen sowohl auf ihren unmittelbaren Gestaltungswillen als auch auf Einflüsse des expressionistischen Erbes. So bestimmen in den Kohlezeichnungen kraftvolle, eckig- expressive Umrisslinien die Position der Figuren im Raum. Wie ausgebreitete Körperlandschaften, denen zu enge Grenzen gesetzt sind, beherrschen die schwarz konturierten, nackten Gestalten in ihrer zeichenhaften Reduktion und Isolation den Raum. Dieses Existenzgefühl setzt sich in der Serie „Körper im Raum“ mit überlängten Figuren und schmalen Silhouetten fort. Hier verzichtet Hielscher völlig auf Körperlichkeit und physiognomische Details, um Bildformeln für ein kollektives Zeitgefühl mit hohem Verallgemeinerungsgrad zu entwickeln. Auch da, wo sie sich nicht ausdrücklich mit der menschlichen Figur befasst, geht sie dem Bild des Menschen in der zeitgenössischen Kunst nach, beschäftigt sich immer wieder neu mit komplexen Erscheinungen des Lebens. In der gestaltlosen Malerei kommen emotionale Entladung ebenso zum Ausdruck wie eine zum Monochromen neigende Stille. Spontane Pinselschwünge versetzen die Flächen in Bewegung, punktuelle Farbkleckse strukturieren sie vage, wobei das gestische Impasto des Farbauftrages häufig den Anschein körperhafter Präsenz erweckt. Sie selbst spricht von Energiefeldern... hs
 
 
 
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