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JUNGE KUNST IM AUFTRAG
Auftragswerke des Zentralrats der FDJ, entstanden in den Jahren 1983-1986 im Verbund mit den Kunsthoch- und fachschulen der DDRBogensee. Junge Kunst im Auftrag
Eine Initiative des Zentralrats der Freien-Deutschen-Jugend (FDJ)
Ausgewählte Bildwerke aus dem Bestand des Beeskower Kunstarchivs mit Minikatalog

In den Jahren 1983-86 wurden zwischen dem FDJ-Zentralrat und den Kunsthochschulen der DDR vertragliche Regelungen zur "bildkünstlerische Ausgestaltung" der FDJ-Jugendhochschule Wilhelm Pieck in Bogensee bei Berlin getroffen. Demzufolge sollten Werke von jungen Künstlern, die im genannten Zeitraum ihren akademischen Abschluss erreichten, angekauft und zum Zweck der künstlerischen Ausgestaltung der Jugendhochschule eingesetzt werden. Bei den meisten der auf diesem Wege erworbenen Kunstwerke handelt es sich um bildnerische Äußerungen, die als Ausdruck des Zeitgeistes der an die Grenzen ihrer Existenzmöglichkeiten gekommenen DDR erkennbar sind. Sie stehen keinesfalls nur für die Verschönerung bestimmter Räume im Innen- und Außenbereich, sondern provozieren über ihre ästhetische Gestaltung hinaus Einblicke in die gesellschaftliche Situation der 1980er Jahre in der DDR und das kritische oder unkritische Potential der jungen Künstler von damals. Da das bis in die 1980er Jahre unveränderte Beharrungsvermögen von Funktionären inzwischen einer erstaunlichen Zurückhaltung bzw. Nichteinmischung aus Toleranz und Unsicherheit gewichen war, haben Künstler bevorzugt solche Arbeiten abgeliefert, in denen die der Kunst und Literatur zugefallen Aufgaben einer gesellschaftskritischen Ersatzöffentlichkeit den Ton angaben.
Die Ausstellung mit 30 ausgewählten Arbeiten, darunter Werke von Roland Borchert, Neo Rauch oder Bodo Münzner, ist als vierter Teil der erfolgreichen Reihe, die mit Schichtwechsel und den Stationen Krefeld, Eupen/Belgien und Beeskow ihren Anfang nahm, mit Seitenwechsel an denselben Stationen fortgesetzt wurde, die Profil durch Max Lingner. Das Spätwerk in der Zusammenarbeit mit der Max-Lingner-Stiftung Berlin gewann.
Zur Ausstellung erscheint ein handliches und informatives Begleitheft, in dem alle in der Ausstellung gezeigten Kunstwerke reproduziert wurden, aber auch das Wesentliche aus der Geschichte von Bogensee nachzulesen ist.
 
 
 
kontakt: herbert.schirmer@web.de