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Landschaftssicht = Weltsicht
Für den Zeitraum von drei Wochen treffen Chemnitzer Künstler der legendären Clara-Mosch- Gruppe mit Künstlern aus Brandenburg in Lübbenau zusammen, um sich in der Wasserlandschaft des Spreewaldes künstlerisch mit dem Leitgedanken "Landschaftssicht = Weltsicht" auseinanderzusetzen.
Bei dieser Aktion der Site-Specific-Art wird es darum gehen, den Spreewald in seiner Funktion als narrativem Topos, als einen Ort und seinen Kontext als treibende Kraft, als Arbeitsmaterial, Handlungsraum und Aktionsfeld zu verstehen und zu interpretieren. Landschaft bzw. Umwelt des Spreewaldes ist nicht einfach gegeben, sie ist keine Kulisse, sondern Raum, der gestaltet, benutzt und der insbesondere in DDR-Zeiten durch den radikalen Braunkohleabbau auch bedrängt und zerstört wurde. In diesem Spannungsfeld werden die Künstler den Ort zum Ausgangspunkt eines künstlerischen Prozesses nehmen, um raumbezogen, prozessual und unter Einbeziehung sozialer, politischer und kunstspezifischer Themen zu arbeiten. Dabei werden in unterschiedlichen Medien Bilder entstehen, die auf eine Vorstellungskraft der jeweiligen Teilnehmer verweisen, die weit über die Wahrnehmung des rein Faktischen hinausweist. Im Fokus steht nicht nur ein Stück belassener oder durchgestalteter Natur oder eine wie auch immer geartete, angeblich authentische Wiedergabe, sondern schlicht eine Vision (Imagination) von Landschaft, die vor allem auf der inneren Sicht wie auf der Weltsicht und der Deutung der Künstler aufbaut. Diese werden im Verlauf der dreiwöchigen Zusammenseins kollektive und individuelle Perspektiven bündeln und offenbaren und sich mit gesellschaftlichen Modellvorstellungen ebenso wie mit privaten Befindlichkeiten oder Sehnsüchten befassen. Jeweils aktuelle gesellschafts- und kulturgeschichtliche Entwicklungen werden dabei zuweilen differenziert gespiegelt oder sogar vorweggenommen; in anderen Fällen können träumerische, melancholische oder kritische Gegenbilder zur jeweils erlebten Realität entstehen.

Mit dabei waren:
Thomas Ranft. Gregor Torsten Kozik. Osmar Osten (alle Chemnitz). Madeleine Heublein (Leipzig). Helge Leiberg (Berlin). Ulrike Hogrebe (Neuwerder). Micha Brendel (Steinreich). Christane Bergelt (Chorin). Anne Heinlein (Potsdam)

das Projekt wurde hauptsächöisch von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Brandenburg im Verbund mit der Sparkasse Niederlausitz finanziert und vom "Freunde der Lübbenaubrücke e. V. " ausgerichtet. Kurator: Herbert Schirmer
 
 
 
kontakt: herbert.schirmer@web.de